OECD 2014

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OECD heeft 'Education as a glance 2014' gepubliceerd.

Opmerkelijk: 'better politicies for better lives' in het logo van deze organisatie. Kennelijk beschouwt men beleid als een product dat, net als een wasmiddel, gepromoot moet worden. Even opmerkelijk is dat de kwaliteit van de beleid kennelijk geordend kan worden. Kan het platvloerser?

Iedere organisatie die zich door middel van dergelijke kretologie aanprijst dient gewantrouwd te worden.

5 Reacties

  1. Dit kreeg ik vanuit België:

    Dit kreeg ik vanuit België:

    PISA is een instrument in handen van de OESO. Daarmee oefent de OESO een uitzonderlijke macht uit, zonder enig officieel mandaat ontvangen te hebben. Door zijn continue globale testing  brengt zij schade toe aan onze kinderen. De loutere aanwending van multiple choice tast het denken van onze kinderen aan. Een leraar die op een pedagogisch verantwoorde wijze  vorming wenst te geven wordt er klem gereden. PISA veroorzaakt een hoge graad aan stress en brengt het welbevinden van kinderen in gevaar.
    Dat, en veel meer,  staat te lezen in een open brief aan Andreas Schleicher, verantwoordelijk voor PISA in de OESO. Deze brief is opgesteld door Heinz-Dieter Meyer en Katie Zahedi, beiden uit New York. Is in het Duits vertaald. Lees de hele brief hiernavolgend.
    Ik druk in dit verband een wens uit: Is het mogelijk dat in het Nederlandstalig gebied met zo’n  22 miljoen Europeanen een eigen tekst tot stand komt? Die dan als open brief ondertekend kan worden?
    Valeer Van Achter
      

    Offener Brief an Andreas Schleicher, OECD, Paris

    Sehr geehrter Herr Dr. Schleicher,

    wir wenden uns an Sie in Ihrer Funktion als verantwortlicher Direktor der OECD für das

    „ Programme of International Student Assessment“  (PISA). Im dreizehnten Jahr nach sei ­

    ner Einführung ist PISA heute weltweit als Instrument bekannt, um Ranglisten von

    OECD­Mitgliedsländern und Nicht­OECD­Staaten (mehr als 60 in der letzten Zählung) zu

    erstellen und zwar aufgrund der Bewertung von Testleistungen von 15­jährigen Schüle­

    rinnen und Schülern in Mathematik, Naturwissenschaften und Lesen. Die PISA­Ergebnis­

    se werden regelmäßig von Regierungen, Bildungsministern sowie den Herausgebern

    von Tageszeitungen ängstlich erwartet und werden in zahllosen politischen Dokumen­

    ten als unhinterfragbare Autorität zitiert. PISA hat die Bildungspraxis in vielen Ländern

    inzwischen tiefgreifend beeinflusst. Als Folge der PISA­Tests reformieren Staaten ihre

    Bildungssysteme in der Hoffnung, ihr Abschneiden im PISA­Ranking zu verbessern. In

    vielen Ländern führte der mangelnde Fortschritt bei den PISA­Tests dazu, eine „ Bil ­

    dungskatastrophe“  oder einen „ PISA­Schock“  auszurufen, gefolgt von Rücktrittsforde ­

    rungen und weitreichenden Reformen gemäß PISA­Maßstäben.

    Wir sind offen gestanden tief besorgt über die negativen Folgen der PISA­Rankings.

    Nachfolgend einige unserer Bedenken:

    ­  Obwohl standardisierte Tests schon länger in vielen Ländern (trotz gravierender Vor­

    behalte gegenüber deren Validität und Zuverlässigkeit) gebraucht werden, hat PISA

    zu einer Eskalation solcher Tests beigetragen und zu einem dramatischen Anstieg in

    Gebrauch und Bedeutung quantitativer Messungen geführt. So berief man sich bei­

    spielsweise in den USA jüngst auf PISA als maßgebliche Rechtfertigung für das „ Race­

    to­the­Top“ ­Programm. Dieses Programm hat die Bedeutung standardisierter Tests in

    der Evaluation von Schülerinnen und Schülern, Lehrerinnen und Lehrern und Schullei­

    tern weiter verstärkt. Mit solchen Tests wird die Arbeit von Schülern, Lehrern und

    Schulleitern aufgrund von Testergebnissen bewertet und klassifiziert, die weithin als

    ungenau bekannt sind. (vgl. etwa den unerklärten Abstieg Finnlands vom ersten Platz

    der PISA­Rangliste).

    ­  In der Bildungspolitik hat der dreijährige Testzyklus von PISA die Aufmerksamkeit auf

    kurzfristige Maßnahmen verlagert in der Absicht, schnell im Ranking aufzuholen, ob­

    wohl die Forschung zeigt, dass nachhaltige Veränderungen in der Bildungspraxis

    nicht Jahre, sondern Jahrzehnte benötigen, um fruchtbar zu werden. So wissen wir

    zum Beispiel, dass der Status von Lehrern und das Ansehen des Lehrerberufs einen

    starken Einfluss auf die Unterrichtspraxis haben. Dieser Status ist aber von Kultur zu

    Kultur sehr verschieden und nicht leicht durch kurzfristige politische Maßnahmen ver­

    änderbar.
    ­  Da PISA nur einen engen Ausschnitt messbarer Aspekte von Bildung betont, lenken

    die Tests die Aufmerksamkeit von den weniger messbaren oder nicht messbaren Bil­dungs­ und Erziehungszielen wie z.B. der körperlichen, moralischen, staatsbürgerli­

    chen und künstlerischen Entwicklung ab. Dadurch wird die öffentliche Vorstellung

    von dem, was Bildung ist und sein soll, in gefährlicher Weise verengt.

    ­  Als Organisation für wirtschaftliche Entwicklung ist die OECD naturgemäß auf die

    ökonomische Rolle der öffentlichen Schulen fokussiert. Aber die Vorbereitung auf

    einträgliche Arbeit kann nicht das einzige, ja nicht einmal das Hauptziel öffentlicher

    Bildung und Erziehung sein. Unser Schulwesen muss Schülerinnen und Schüler auch

    auf die Mitwirkung an der demokratischen Selbstbestimmung, auf moralisches Han­

    deln und auf ein Leben in persönlicher Entwicklung, Reifung und Wohlbefinden vor­

    bereiten.

    ­  Im Gegensatz zu Organisationen der Vereinten Nationen (UN) wie UNESCO oder UN­

    ICEF, die ein klares und legitimes Mandat im Bildungsbereich haben, verfügt die

    OECD nicht über ein solches Mandat. Auch gibt es derzeit keine Mechanismen, die

    eine wirkungsvolle demokratische Teilhabe an deren Entscheidungsprozessen zu Bil­

    dungsfragen ermöglichen.

    ­  Um PISA und eine große Zahl daran anschließender Maßnahmen durchzuführen, ist

    die OECD „ Public Private Partnerships“  und Allianzen mit multinationalen, profitori ­

    entierten Unternehmen eingegangen, die bereitstehen, um aus jedem von PISA iden­

    tifizierten –  realen oder vermeintlichen –  Bildungsdefizit Profit zu schlagen. Einige

    dieser Firmen verdienen an den Bildungsdienstleistungen die sie für öffentliche Schu­

    len und Schulbezirke bereitstellen. Diese Firmen verfolgen u.a. auch Pläne, eine profi ­

    torientierte Grundschulbildung in Afrika zu entwickeln, wo die OECD derzeit plant,

    PISA einzuführen.

    ­  Schließlich und am wichtigsten: Das neue PISA­Regime mit seinen kontinuierlichen

    globalen Testzyklen schadet unseren Kindern und macht unsere Klassenzimmer bil­

    dungsärmer durch gehäufte Anwendung von Multiple­Choice­Testbatterien, vorge­

    fertigten (und von Privatfirmen konzipierten) Unterrichtsmodulen, während sich die

    Autonomie unserer Lehrer weiter verringert. Auf diese Weise hat PISA den ohnehin

    schon hohen Grad an Stress an unseren Schulen weiter erhöht und gefährdet das

    Wohlbefinden von Schülern und Lehrern.

    Diese Entwicklungen stehen in offenem Widerspruch zu weithin anerkannten Prinzipi­

    en guter Bildungspolitik und demokratischer Praxis:

    ­  Keine tiefgreifende Reform sollte auf nur einem einzigen, beschränkten Qualitäts­

    maßstab beruhen.

    ­  Keine tiefgreifende Reform sollte die wichtige Rolle von außerschulischen Faktoren

    ignorieren, wozu insbesondere die sozioökonomische Ungleichheit einer Gesellschaft

    gehört. In vielen Ländern hat die soziale Ungleichheit über die letzten 15 Jahre dra­

    matisch zugenommen, was die sich ausweitende Bildungskluft zwischen Reich und
    Arm erklärt. Diesem sozialpolitischen Problem kommen auch die ausgeklügeltsten Bil­

    dungsreformen nicht bei.

    ­  Eine Organisation wie die OECD— wie jede Organisation, die das Leben unserer Ge ­

    sellschaften tiefgreifend beeinflusst— sollte von den Mitgliedern dieser Gesellschaften

    demokratisch zur Rechenschaft gezogen werden können.

    Doch wir schreiben nicht nur, um Mängel und Probleme aufzuzeigen. Wir möchten

    ebenso konstruktive Ideen und Vorschläge anbieten, die dazu beitragen können, die

    oben angeführten Probleme zu verringern. Ohne Anspruch auf Vollständigkeit nennen

    wir die folgenden:

    ­  Alternativen zu Ranglisten: Es sind aussagekräftigere und weniger sensationshei­

    schende Wege für Bildungsvergleiche zu finden. Es macht zum Beispiel weder päd­

    agogischen noch politischen Sinn, Entwicklungsländer, in denen 15­Jährige regelmä­

    ßig zur Kinderarbeit verpflichtet werden, mit Ländern der Ersten Welt zu vergleichen.

    Zudem setzt dies die OECD dem Vorwurf des Bildungskolonialismus aus;

    ­  Partizipation aller relevanten Akteure: Bis jetzt haben Psychometriker, Statistiker und

    Ökonomen den größten Einfluss auf Testkonzeption und ­durchführung. Ihnen steht

    sicher ein Platz am Tisch zu. Dies gilt aber auch für Eltern, Pädagogen, Vertreter der

    Bildungsverwaltung, Studenten und Schüler ebenso wie für Wissenschaftler aus Diszi­

    plinen wie der Anthropologie, Soziologie, Geschichte, Philosophie, Linguistik wie

    auch der Kunst und den Geisteswissenschaften. Woran und wie wir die Bildung von

    15­jährigen Schülern bemessen, sollte Gegenstand von Diskussionen sein, bei denen

    alle diese Gruppen auf lokaler, nationaler und internationaler Ebene einbezogen

    sind.

    ­  Einbeziehung der vollen Bandbreite nationaler und internationaler Organisationen:

    Insbesondere Organisationen, deren Auftrag über den ökonomischen Aspekt öffentli ­

    cher Bildung hinausgeht und die sich mit Gesundheit, umfassender Entwicklung,

    Wohlbefinden und Glück der Schüler und Lehrer beschäftigen. Das würde sowohl die

    oben erwähnten Organisationen der Vereinten Nationen als auch –  um nur einige zu

    nennen –  Verbände von Lehrern, Eltern und Schulverwaltungen miteinschließen.

    ­  Kostentransparenz: Die direkten und indirekten Kosten der Durchführung von PISA

    sollten veröffentlicht werden, so dass die Steuerzahler der Mitgliedstaaten alternative

    Verwendungen der Millionenausgaben für diese Tests erwägen und bestimmen kön­

    nen, ob sie weiterhin an diesen Tests teilnehmen wollen.

    ­  Unabhängige Aufsicht und Überwachung: Unabhängige internationale Beobachter­

    teams sollten die Durchführung von PISA von der Konzeption bis zur Umsetzung

    überwachen, so dass häufig geäußerte Kritik bezüglich Testformat, Statistik­ und Aus­

    wertungsmethoden angemessen diskutiert werden kann und Vorwürfe von Einseitig­

    keit und unfairen Vergleichen geprüft werden können.

    ­  Rechenschaftslegung und Interessenkonflikte: Es sollte detailliert Rechenschaft über

    die Rolle privater, profitorientierter Unternehmen in der Vorbereitung, Ausführung

    und Nachfolge von PISA abgelegt werden, um scheinbare oder tatsächliche Interes­

    senkonflikte zu vermeiden.

    ­  Besinnungspause: Die OECD­Testmaschinerie sollte heruntergefahren werden. Um

    Zeit für die Diskussion der hier erwähnten Aspekte auf lokaler, nationaler und inter­

    nationaler Ebene zu gewinnen, wäre es nützlich, den nächsten PISA­Zyklus auszuset­

    zen. Das würde Zeit verschaffen, um das Gelernte, das aus den vorgeschlagenen Über­

    legungen hervorgeht, zu verarbeiten.

    Wir zweifeln nicht, dass die PISA­Experten der OECD den aufrichtigen Wunsch haben,

    Bildung zu verbessern. Aber wir können nicht verstehen, wie die OECD zum globalen

    Schiedsrichter über Mittel und Ziele von Bildung in der ganzen Welt werden konnte.

    Die enge Ausrichtung der OECD auf standardisierte Tests droht Lernen in Pedanterie zu

    verwandeln und Freude am Lernen zu beenden. Durch den von PISA stimulierten inter­

    nationalen Wettlauf um Testergebnisse hat die OECD die Macht erhalten, weltweit Bil­

    dungspolitik zu bestimmen, ohne jede Debatte über die Notwendigkeit oder Begrenzt­

    heit der OECD­Ziele. Durch das Messen einer großen Vielfalt von Bildungstraditionen

    und ­kulturen mit einem engen und einseitigen Maßstab kann am Ende unseren Schu­

    len und unseren Schülern irreparabler Schaden zugefügt werden.

    (Autorisierte Fassung von „ Open Letter to Andreas Schleicher“ ;

    Übersetzung: Gesellschaft für Bildung und Wissen e.V.)

    Heinz­Dieter Meyer

    Professor, State University of New York

    Katie Zahedi,

    Schulleiterin, Linden Avenue Middle School, Red Hook, New York

    Hinweis: Sie können diesen Brief unterschreiben auf oecdpisaletter.org oder auf

    der GBW­Seite bildung­wissen.eu/fachbeitraege/nein­zu­pisa­offener­brief­an­

    andreas­schleicher.html

     

  2. Ik zocht naar een goede

    Ik zocht naar een goede vertaling in het Nederlands van unhinterfragbar in unhinterfragbare Autorität in de brief aan Dr. Schleicher. In het Engels bleken de twee woorden gecombineerd te zijn tot authoritatively. Mischen geeft alsof zij een onbetwistbare autoriteit vertegenwoordigde  goed weer wat in de tekst bedoeld wordt. Om de tekst beter te begrijpen heb ik haar in kleine stukkenverdeeld waaraan ik de bijbehorende passage uit de vertaling heb toegevoegd.

    Dear Dr. Schleicher:

    We write to you in your capacity as OECD’s director of the Programme of International Student Assessment (PISA). Now in its 13th year, PISA is known around the world as an instrument to rank OECD and non-OECD countries (60+ at last count) according to a measure of academic achievement of 15 year old students in mathematics, science, and reading. Administered every three years, PISA results are anxiously awaited by governments, education ministers, and the editorial boards of newspapers, and are cited authoritatively in countless policy reports. They have begun to deeply influence educational practices in many countries. As a result of PISA, countries are overhauling their education systems in the hopes of improving their rankings. Lack of progress on PISA has led to declarations of crisis and “PISA shock” in many countries, followed by calls for resignations, and far-reaching reforms according to PISA precepts.

    Sehr geehrter Herr Dr. Schleicher,

    wir wenden uns an Sie in Ihrer Funktion als verantwortlicher Direktor der OECD für das

    „ Programme of International Student Assessment“  (PISA). Im dreizehnten Jahr nach sei ­

    ner Einführung ist PISA heute weltweit als Instrument bekannt, um Ranglisten von

    OECD­Mitgliedsländern und Nicht­OECD­Staaten (mehr als 60 in der letzten Zählung) zu

    erstellen und zwar aufgrund der Bewertung von Testleistungen von 15­jährigen Schüle­

    rinnen und Schülern in Mathematik, Naturwissenschaften und Lesen. Die PISA­Ergebnis­

    se werden regelmäßig von Regierungen, Bildungsministern sowie den Herausgebern

    von Tageszeitungen ängstlich erwartet und werden in zahllosen politischen Dokumen­

    ten als unhinterfragbare Autorität zitiert. PISA hat die Bildungspraxis in vielen Ländern

    inzwischen tiefgreifend beeinflusst. Als Folge der PISA­Tests reformieren Staaten ihre

    Bildungssysteme in der Hoffnung, ihr Abschneiden im PISA­Ranking zu verbessern. In

    vielen Ländern führte der mangelnde Fortschritt bei den PISA­Tests dazu, eine „ Bil ­

    dungskatastrophe“  oder einen „ PISA­Schock“  auszurufen, gefolgt von Rücktrittsforde ­

    rungen und weitreichenden Reformen gemäß PISA­Maßstäben.

     

    We are frankly concerned about the negative consequences of the PISA rankings. These are some of our concerns:

    Wir sind offen gestanden tief besorgt über die negativen Folgen der PISA­Rankings.

    Nachfolgend einige unserer Bedenken:

    -while standardized testing has been used in many nations for decades (despite serious reservations about its validity and reliability), PISA has contributed to an escalation in such testing and a dramatically increased reliance on quantitative measures. For example, in the United States, PISA has been invoked as a major justification for the recent “Race to the Top” program, which has increased the use of standardized testing for student-, teacher-, and administrator evaluations, which rank and label students, as well as teachers and administrators according to the results of tests widely known to be imperfect (see, for example, Finland’s unexplained decline from the top of the PISA table);

    Obwohl standardisierte Tests schon länger in vielen Ländern (trotz gravierender Vor­

    behalte gegenüber deren Validität und Zuverlässigkeit) gebraucht werden, hat PISA

    zu einer Eskalation solcher Tests beigetragen und zu einem dramatischen Anstieg in

    Gebrauch und Bedeutung quantitativer Messungen geführt. So berief man sich bei­

    spielsweise in den USA jüngst auf PISA als maßgebliche Rechtfertigung für das „ Race­

    to­the­Top“ ­Programm. Dieses Programm hat die Bedeutung standardisierter Tests in

    der Evaluation von Schülerinnen und Schülern, Lehrerinnen und Lehrern und Schullei­

    tern weiter verstärkt. Mit solchen Tests wird die Arbeit von Schülern, Lehrern und

    Schulleitern aufgrund von Testergebnissen bewertet und klassifiziert, die weithin als

    ungenau bekannt sind. (vgl. etwa den unerklärten Abstieg Finnlands vom ersten Platz

    der PISA­Rangliste).

     

    -in education policy, PISA, with its three-year assessment cycle, has caused a shift of attention to short-term fixes designed to help a country quickly climb the rankings, despite research showing that enduring changes in education practice take decades, not a few years to come to fruition. For example, we know that the status of teachers and the prestige of teaching as a profession has a strong influence on the quality of instruction, but that status varies strongly across cultures and is not easily influenced by short-term policy;

    In der Bildungspolitik hat der dreijährige Testzyklus von PISA die Aufmerksamkeit auf

    kurzfristige Maßnahmen verlagert in der Absicht, schnell im Ranking aufzuholen, ob­

    wohl die Forschung zeigt, dass nachhaltige Veränderungen in der Bildungspraxis

    nicht Jahre, sondern Jahrzehnte benötigen, um fruchtbar zu werden. So wissen wir

    zum Beispiel, dass der Status von Lehrern und das Ansehen des Lehrerberufs einen

    starken Einfluss auf die Unterrichtspraxis haben. Dieser Status ist aber von Kultur zu

    Kultur sehr verschieden und nicht leicht durch kurzfristige politische Maßnahmen ver­

    änderbar. ­ 

    -by emphasizing a narrow range of measurable aspects of education, PISA takes attention away from the less measurable or immeasurable educational objectives like physical, moral, civic, and artistic development, thereby dangerously narrowing our collective imagination regarding what education is and ought to be about;

    Da PISA nur einen engen Ausschnitt messbarer Aspekte von Bildung betont, lenken

    die Tests die Aufmerksamkeit von den weniger messbaren oder nicht messbaren Bil­dungs­ und Erziehungszielen wie z.B. der körperlichen, moralischen, staatsbürgerli­

    chen und künstlerischen Entwicklung ab. Dadurch wird die öffentliche Vorstellung

    von dem, was Bildung ist und sein soll, in gefährlicher Weise verengt.

    -as an organization of economic development, OECD is naturally biased in favor of the economic role of public schools. But preparing young men and women for gainful employment is not the only, and not even the main goal of public education, which has to prepare students for participation in democratic self-government, moral action, and a life of personal development, growth, and well-being;

    Als Organisation für wirtschaftliche Entwicklung ist die OECD naturgemäß auf die

    ökonomische Rolle der öffentlichen Schulen fokussiert. Aber die Vorbereitung auf

    einträgliche Arbeit kann nicht das einzige, ja nicht einmal das Hauptziel öffentlicher

    Bildung und Erziehung sein. Unser Schulwesen muss Schülerinnen und Schüler auch

    auf die Mitwirkung an der demokratischen Selbstbestimmung, auf moralisches Han­

    deln und auf ein Leben in persönlicher Entwicklung, Reifung und Wohlbefinden vor­

    bereiten.

    -unlike United Nations (UN) organizations such as UNESCO or UNICEF that have clear and legitimate mandates to improve education and the lives of children around the world, OECD has no such mandate. Nor are there, at present, mechanisms of effective democratic participation in its education decision-making process;

     Im Gegensatz zu Organisationen der Vereinten Nationen (UN) wie UNESCO oder UN­

    ICEF, die ein klares und legitimes Mandat im Bildungsbereich haben, verfügt die

    OECD nicht über ein solches Mandat. Auch gibt es derzeit keine Mechanismen, die

    eine wirkungsvolle demokratische Teilhabe an deren Entscheidungsprozessen zu Bil­

    dungsfragen ermöglichen.

    -to carry out PISA and a host of follow-up services, OECD has embraced “public-private partnerships” and entered into alliances with multi-national for-profit companies, which stand to gain financially from any deficits—real or perceived—unearthed by PISA. Some of these companies provide educational services to American schools and school districts on a massive, for-profit basis, while also pursuing plans to develop for-profit elementary education in Africa, where OECD is now planning to introduce the PISA program;

      Um PISA und eine große Zahl daran anschließender Maßnahmen durchzuführen, ist

    die OECD „ Public Private Partnerships“  und Allianzen mit multinationalen, profitori ­

    entierten Unternehmen eingegangen, die bereitstehen, um aus jedem von PISA iden­

    tifizierten –  realen oder vermeintlichen –  Bildungsdefizit Profit zu schlagen. Einige

    dieser Firmen verdienen an den Bildungsdienstleistungen die sie für öffentliche Schu­

    len und Schulbezirke bereitstellen. Diese Firmen verfolgen u.a. auch Pläne, eine profi ­

    torientierte Grundschulbildung in Afrika zu entwickeln, wo die OECD derzeit plant,

    PISA einzuführen.

    -finally, and most importantly: the new PISA regime, with its continuous cycle of global testing, harms our children and impoverishes our classrooms, as it inevitably involves more and longer batteries of multiple-choice testing, more scripted “vendor”-made lessons, and less autonomy for our teachers. In this way PISA has further increased the already high stress-level in our schools, which endangers the well-being of our students and teachers.

     Schließlich und am wichtigsten: Das neue PISA­Regime mit seinen kontinuierlichen

    globalen Testzyklen schadet unseren Kindern und macht unsere Klassenzimmer bil­

    dungsärmer durch gehäufte Anwendung von Multiple­Choice­Testbatterien, vorge­

    fertigten (und von Privatfirmen konzipierten) Unterrichtsmodulen, während sich die

    Autonomie unserer Lehrer weiter verringert. Auf diese Weise hat PISA den ohnehin

    schon hohen Grad an Stress an unseren Schulen weiter erhöht und gefährdet das

    Wohlbefinden von Schülern und Lehrern.

     

    These developments are in overt conflict with widely accepted principles of good educational and democratic practice:

    Diese Entwicklungen stehen in offenem Widerspruch zu weithin anerkannten Prinzipi­

    en guter Bildungspolitik und demokratischer Praxis:

    -no reform of any consequence should be based on a single narrow measure of quality;

    Keine tiefgreifende Reform sollte auf nur einem einzigen, beschränkten Qualitäts­

    maßstab beruhen.

    -no reform of any consequence should ignore the important role of non-educational factors, among which a nation’s socio-economic inequality is paramount. In many countries, including the United States, inequality has dramatically increased over the past 15 years, explaining the widening educational gap between rich and poor which education reforms, no matter how sophisticated, are unlikely to redress;

      Keine tiefgreifende Reform sollte die wichtige Rolle von außerschulischen Faktoren

    ignorieren, wozu insbesondere die sozioökonomische Ungleichheit einer Gesellschaft

    gehört. In vielen Ländern hat die soziale Ungleichheit über die letzten 15 Jahre dra­

    matisch zugenommen, was die sich ausweitende Bildungskluft zwischen Reich und Arm erklärt. Diesem sozialpolitischen Problem kommen auch die ausgeklügeltsten Bil­

    dungsreformen nicht bei.

    -an organization like OECD, as any organization that deeply affects the life of our communities, should be open to democratic accountability by members of those communities.

     Eine Organisation wie die OECD— wie jede Organisation, die das Leben unserer Ge ­

    sellschaften tiefgreifend beeinflusst— sollte von den Mitgliedern dieser Gesellschaften

    demokratisch zur Rechenschaft gezogen werden können.

    We are writing not only to point out deficits and problems. We would also like to offer constructive ideas and suggestions that may help to alleviate the above mentioned concerns. While in no way complete, they illustrate how learning could be improved without the above mentioned negative effects:

    Doch wir schreiben nicht nur, um Mängel und Probleme aufzuzeigen. Wir möchten

    ebenso konstruktive Ideen und Vorschläge anbieten, die dazu beitragen können, die

    oben angeführten Probleme zu verringern. Ohne Anspruch auf Vollständigkeit nennen

    wir die folgenden:

    -develop alternatives to league tables: explore more meaningful and less easily sensationalized ways of reporting assessment outcomes. For example, comparing developing countries, where 15-year olds are regularly drafted into child labor, with first world countries makes neither educational nor political sense and opens OECD up for charges of educational colonialism;

     Alternativen zu Ranglisten: Es sind aussagekräftigere und weniger sensationshei­

    schende Wege für Bildungsvergleiche zu finden. Es macht zum Beispiel weder päd­

    agogischen noch politischen Sinn, Entwicklungsländer, in denen 15­Jährige regelmä­

    ßig zur Kinderarbeit verpflichtet werden, mit Ländern der Ersten Welt zu vergleichen.

    Zudem setzt dies die OECD dem Vorwurf des Bildungskolonialismus aus;

     

     

     

    -make room for participation by the full range of relevant constituents and scholarship: to date, the groups with greatest influence on what and how international learning is assessed are psychometricians, statisticians, and economists. They certainly deserve a seat at the table, but so do many other groups: parents, educators, administrators, community leaders, students, as well as scholars from disciplines like anthropology, sociology, history, philosophy, linguistics, as well as the arts and humanities. What and how we assess the education of 15 year old students should be subject to discussions involving all these groups at local, national, and international levels;

     Partizipation aller relevanten Akteure: Bis jetzt haben Psychometriker, Statistiker und

    Ökonomen den größten Einfluss auf Testkonzeption und ­durchführung. Ihnen steht

    sicher ein Platz am Tisch zu. Dies gilt aber auch für Eltern, Pädagogen, Vertreter der

    Bildungsverwaltung, Studenten und Schüler ebenso wie für Wissenschaftler aus Diszi­

    plinen wie der Anthropologie, Soziologie, Geschichte, Philosophie, Linguistik wie

    auch der Kunst und den Geisteswissenschaften. Woran und wie wir die Bildung von

    15­jährigen Schülern bemessen, sollte Gegenstand von Diskussionen sein, bei denen

    alle diese Gruppen auf lokaler, nationaler und internationaler Ebene einbezogen

    sind.

    -include national and international organizations in the formulation of assessment methods and standards whose mission goes beyond the economic aspect of public education and which are concerned with the health, human development, well-being and happiness of students and teachers. This would include the above mentioned United Nations organizations, as well as teacher, parent, and administrator associations, to name a few;

      Einbeziehung der vollen Bandbreite nationaler und internationaler Organisationen:

    Insbesondere Organisationen, deren Auftrag über den ökonomischen Aspekt öffentli ­

    cher Bildung hinausgeht und die sich mit Gesundheit, umfassender Entwicklung,

    Wohlbefinden und Glück der Schüler und Lehrer beschäftigen. Das würde sowohl die

    oben erwähnten Organisationen der Vereinten Nationen als auch –  um nur einige zu

    nennen –  Verbände von Lehrern, Eltern und Schulverwaltungen miteinschließen.

    -publish the direct and indirect costs of administering PISA so that taxpayers in member countries can gauge alternative uses of the millions of dollars spent on these tests and determine if they want to continue their participation in it;

    Kostentransparenz: Die direkten und indirekten Kosten der Durchführung von PISA

    sollten veröffentlicht werden, so dass die Steuerzahler der Mitgliedstaaten alternative

    Verwendungen der Millionenausgaben für diese Tests erwägen und bestimmen kön­

    nen, ob sie weiterhin an diesen Tests teilnehmen wollen.

     

    -welcome oversight by independent international monitoring teams which can observe the administration of PISA from the conception to the execution, so that questions about test format and statistical and scoring procedures can be weighed fairly against charges of bias or unfair comparisons;

     Unabhängige Aufsicht und Überwachung: Unabhängige internationale Beobachter­

    teams sollten die Durchführung von PISA von der Konzeption bis zur Umsetzung

    überwachen, so dass häufig geäußerte Kritik bezüglich Testformat, Statistik­ und Aus­

    wertungsmethoden angemessen diskutiert werden kann und Vorwürfe von Einseitig­

    keit und unfairen Vergleichen geprüft werden können.

    -provide detailed accounts regarding the role of private, for-profit companies in the preparation, execution, and follow-up to the tri-annual PISA assessments to avoid the appearance or reality of conflicts of interest;

     Rechenschaftslegung und Interessenkonflikte: Es sollte detailliert Rechenschaft über

    die Rolle privater, profitorientierter Unternehmen in der Vorbereitung, Ausführung

    und Nachfolge von PISA abgelegt werden, um scheinbare oder tatsächliche Interes­

    senkonflikte zu vermeiden.

    -slow down the testing juggernaut. To gain time to discuss the issues mentioned here at local, national, and international levels, consider skipping the next PISA cycle. This would give time to incorporate the collective learning that will result from the suggested deliberations in a new and improved assessment model.

      Besinnungspause: Die OECD­Testmaschinerie sollte heruntergefahren werden. Um

    Zeit für die Diskussion der hier erwähnten Aspekte auf lokaler, nationaler und inter­

    nationaler Ebene zu gewinnen, wäre es nützlich, den nächsten PISA­Zyklus auszuset­

    zen. Das würde Zeit verschaffen, um das Gelernte, das aus den vorgeschlagenen Über­

    legungen hervorgeht, zu verarbeiten.

    We assume that OECD’s PISA experts are motivated by a sincere desire to improve education. But we fail to understand how your organization has become the global arbiter of the means and ends of education around the world. OECD’s narrow focus on standardized testing risks turning learning into drudgery and killing the joy of learning. As PISA has led many governments into an international competition for higher test scores, OECD has assumed the power to shape education policy around the world, with no debate about the necessity or limitations of OECD’s goals. We are deeply concerned that measuring a great diversity of educational traditions and cultures using a single, narrow, biased yardstick could, in the end, do irreparable harm to our schools and our students.

    Wir zweifeln nicht, dass die PISA­Experten der OECD den aufrichtigen Wunsch haben,

    Bildung zu verbessern. Aber wir können nicht verstehen, wie die OECD zum globalen

    Schiedsrichter über Mittel und Ziele von Bildung in der ganzen Welt werden konnte.

    Die enge Ausrichtung der OECD auf standardisierte Tests droht Lernen in Pedanterie zu

    verwandeln und Freude am Lernen zu beenden. Durch den von PISA stimulierten inter­

    nationalen Wettlauf um Testergebnisse hat die OECD die Macht erhalten, weltweit Bil­

    dungspolitik zu bestimmen, ohne jede Debatte über die Notwendigkeit oder Begrenzt­

    heit der OECD­Ziele. Durch das Messen einer großen Vielfalt von Bildungstraditionen

    und ­kulturen mit einem engen und einseitigen Maßstab kann am Ende unseren Schu­

    len und unseren Schülern irreparabler Schaden zugefügt werden.

     

    === (Autorisierte Fassung von „ Open Letter to Andreas Schleicher“ ;

    Übersetzung: Gesellschaft für Bildung und Wissen e.V.) ====

    Sincerely,

    Heinz-Dieter Meyer (State University of New York)
    and
    Katie Zahedi (Principal, Linden Ave Middle School, Red Hook, New York)

    Heinz­Dieter Meyer

    Professor, State University of New York

    Katie Zahedi,

     

    Schulleiterin, Linden Avenue Middle School, Red Hook, New York

  3. Een vertaalpoging voor de

    Een vertaalpoging voor de eerste zinnen:

    Geachte Dr. Schleicher,

    Wij wenden ons tot u in uw hoedanigheid van directeur van de OECD  voor het Programme of International Student Assesment (PISA). Nu, dertien jaar na het begin, staat PISA wereldwijd bekend als  een instrument voor het opstellen van de  rangorde van wel en niet OCED-staten op basis van testuitkomsten van 15-jarige leerlingen op de gebieden Natuurwetenschappen, wiskunde en lezen. Meer dan 60 niet-OECD staten doen er aan meen. Met vrees en verlangen kijken vaak de regeringen, de ministers van Onderwijs en krantenuitgevers uit naar de driejaarlijkse Pisaresultaten die daarna in talloze politieke rapportages als onbetwistbare feiten worden geciteerd. PISA heeft in vele landen  de onderwijspraktijk verregaand beïnvloed. Als gevolg van PISA-uitslagen hervormen landen ingrijpend  hun onderwijssysteem in de hoop hun PISAranking te verbeteren. In vele landen leidde onvoldoende vooruitgang bij de PISAtesten ertoe een onderwijscrisis of PISAshock uit te roepen, gevolgd door eisen tot aftreden en verregaande hervormingen in overeenstemming met de maatstaven van PISA 

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